
Apfelstrudel: der Klassiker mit hauchdünnem Teig
Ein warmer Apfelstrudel mit Vanillesauce – gibt es etwas Gemütlicheres? Für mich gehört er zu den schönsten Rezepten für den Herbst und Winter. Die saftige Füllung aus Äpfeln, Zimt-Zucker und Mandelblättchen, eingehüllt in einen Teig, der so dünn ist, dass man fast hindurchsehen kann.
Viele trauen sich an echten Strudelteig nicht heran und greifen zu Blätterteig. Dabei ist der gezogene Teig gar nicht so schwer: Er besteht nur aus Mehl, Ei, Öl, Salz und lauwarmem Wasser. Das Wichtigste sind eine kurze Ruhezeit, ein großes Küchentuch und ein bisschen Feingefühl beim Ausziehen.
Ich zeige dir Schritt für Schritt, wie es funktioniert – und versprochen: Wenn du den ersten Strudel aus dem Ofen holst, bist du ganz schön stolz.
Die besten Äpfel für Apfelstrudel
Für den Strudel brauchst du säuerliche, aromatische Äpfel, die beim Backen nicht zu Mus zerfallen – zum Beispiel Braeburn, Boskoop oder Elstar. Die Säure ist wichtig, denn sie bildet einen schönen Kontrast zum Zimt-Zucker.
Ich schneide die Äpfel in feine Stifte. So garen sie gleichmäßig, die Füllung bleibt kompakt, und der Strudel lässt sich später gut aufschneiden.
So gelingt Apfelstrudel – Schritt für Schritt
1. Strudelteig kneten und ruhen lassen
Mehl, Ei, Öl, Salz und lauwarmes Wasser zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten. Zu einer Kugel formen, auf eine leicht bemehlte Fläche legen und mit einer Schüssel abdecken. 20 Minuten ruhen lassen – in dieser Zeit entspannt sich der Teig und lässt sich später gut dehnen.
2. Füllung vorbereiten
Die Äpfel schälen, in feine Stifte schneiden und Zucker mit Zimt mischen.
3. Teig ausziehen
Eine Fläche von etwa 60 × 60 cm mit einem großen Tuch auslegen. Den Teig erst mit dem Nudelholz auf etwa 30 × 30 cm ausrollen, dann vorsichtig über die Handrücken legen und von innen nach außen aufdehnen. Ist das zu heikel, kannst du ihn auch direkt auf dem Tuch weiter ausziehen. Der Teig ist dünn genug, wenn du das Muster des Tuchs deutlich durchscheinen siehst.
4. Füllen
Den Teig mit flüssiger Butter oder Margarine bepinseln, die Äpfel darauf verteilen und rundherum 3 cm Rand frei lassen. Mit Zimt-Zucker und Mandelblättchen bestreuen.
5. Aufrollen
Die Ränder seitlich und unten über die Füllung schlagen und den Strudel mithilfe des Tuchs zu einer kompakten Rolle aufwickeln. Etwas Druck beim Rollen hilft, dass er seine Form behält.
6. Backen
Den Strudel mit dem Tuch auf das Blech gleiten lassen – ist er zu lang, einfach in U-Form legen. Nach Wunsch mit Eigelb oder Butter bestreichen und bei 180 °C Umluft etwa 30 Minuten goldbraun backen.
Unbedingt dazu: Vanillesauce
Apfelstrudel ohne Vanillesauce? Undenkbar! Meine schnelle Vanillesauce ist in wenigen Minuten gemacht, cremig, aromatisch und gelingt garantiert.
Meine Tipps für den perfekten Strudel
- Zimmerwarm arbeiten: Der Teig lässt sich am besten ausziehen, wenn er nicht kalt ist. Ringe ab, damit nichts reißt.
- Kleine Löcher sind okay: Beim Aufrollen verschwinden sie in den Teigschichten.
- Dicke Ränder abschneiden: Die Ränder bleiben oft dicker. Schneide sie ab, sonst werden sie beim Backen hart.
- Rosinen: Wer mag, gibt in Rum eingeweichte Rosinen mit in die Füllung.
- Semmelbrösel: Ein paar in Butter geröstete Semmelbrösel unter den Äpfeln nehmen Saft auf und verhindern einen durchweichten Boden.

Kochutensilien
- 1 großes Küchentuch ca. 60 × 60 cm
- 1 Nudelholz
Zutaten
Für den Strudelteig
- 300 g Weizenmehl Type 405
- 1 Ei
- 30 g Öl
- 125 ml lauwarmes Wasser 1/8 l
- 1 Prise Salz
Für die Füllung
- 10 Äpfel säuerlich, z. B. Braeburn
- 100 g Zucker
- 2 EL Zimt
- 100 g Mandelblättchen
- 50 g Butter oder Margarine flüssig, zum Bestreichen
Zum Servieren
- Puderzucker
- Vanillesauce
Anleitungen
- Mehl, Ei, Öl, Salz und Wasser zu einem glatten, geschmeidigen Teig verkneten. Zu einer Kugel formen, auf eine leicht bemehlte Arbeitsfläche legen und mit einer Schüssel abdecken. Etwa 20 Minuten ruhen lassen.
- Währenddessen die Äpfel schälen und in feine Stifte schneiden. Zucker und Zimt mischen.
- Eine Arbeitsfläche von ca. 60 × 60 cm mit einem großen Tuch (oder zwei überlappenden Geschirrtüchern) auslegen. Den Teig zunächst mit dem Nudelholz auf etwa 30 × 30 cm ausrollen, dann vorsichtig über die Handrücken legen und von innen nach außen aufdehnen. Alternativ direkt auf dem Tuch weiter ausziehen. Der Teig ist dünn genug, sobald das Muster des Tuchs deutlich durchscheint.
- Den ausgezogenen Teig gleichmäßig mit flüssiger Butter oder Margarine bepinseln. Die Apfelstifte darauf verteilen und rundherum etwa 3 cm Rand frei lassen. Mit der Zucker-Zimt-Mischung und den Mandelblättchen bestreuen.
- Die freien Ränder seitlich und unten über die Füllung schlagen. Mithilfe des Tuchs den Teig zu einer kompakten Rolle aufwickeln – etwas Druck beim Rollen sorgt dafür, dass der Strudel seine Form behält. Das obere freie Teigende schließt die Rolle.
- Den Strudel mit dem Tuch auf ein mit Backpapier belegtes Blech gleiten lassen. Ist er länger als das Blech, einfach in U-Form legen. Nach Wunsch mit Eigelb oder flüssiger Butter bestreichen.
- Im vorgeheizten Backofen bei 180 °C Umluft etwa 30 Minuten goldbraun backen. Mit Puderzucker bestäuben und mit Vanillesauce servieren.
Apfelstrudel aufbewahren
Apfelstrudel schmeckt lauwarm am besten. Reste halten sich abgedeckt 2–3 Tage. Zum Aufwärmen kommt der Strudel für 10 Minuten bei 160 °C in den Ofen – so wird der Teig wieder knusprig. Du kannst den gebackenen Strudel auch einfrieren und bei Bedarf im Ofen aufbacken.
Häufig gestellte Fragen zum Apfelstrudel
Kann ich statt Strudelteig Blätterteig nehmen?
Ja, das geht – das Ergebnis ist dann aber eher eine Apfeltasche: blättrig und buttrig statt hauchdünn und knusprig. Für den klassischen Apfelstrudel lohnt sich der gezogene Teig.
Warum reißt mein Strudelteig?
Meist hat der Teig zu kurz geruht oder ist zu kalt. Lass ihn mindestens 20 Minuten abgedeckt ruhen und arbeite mit bemehlten Handrücken statt mit den Fingerspitzen.
Welche Äpfel eignen sich am besten?
Säuerliche, feste Sorten wie Braeburn, Boskoop oder Elstar.
Kann ich Apfelstrudel vorbereiten?
Den Teig kannst du einige Stunden vorher zubereiten und abgedeckt ruhen lassen. Gefüllt sollte der Strudel aber direkt gebacken werden, damit der Teig nicht durchweicht.
Noch mehr Apfelrezepte
Du hast noch Äpfel übrig? Dann probiere meinen Apfelkuchen vom Blech mit Streuseln, die Apfel-Tarte-Tatin oder die Apfeltaschen.
Lass es dir schmecken!








0 Kommentare