Ruhrtaler Freilandschweine: Besuch auf dem Hof im Brahm in Essen und warum diese Haltung so besonders ist

07.08.2021 | Küchengeschichten, Persönliche Geschichten

Zwei Personen stehen lächelnd in einem Freigehege voller Ferkel, mit Bäumen im Hintergrund.

Ruhrtaler Freilandschweine – Ein Besuch, der Eindruck hinterlässt

Seit einigen Jahren beziehe ich mein Fleisch bei der Fleischerei Eckart in Köln-Lindenthal. Wenn ich dort einkaufe, nehme ich mir bewusst Zeit, um mich mit Sabine ausführlich auszutauschen. Durch die Pandemie hat sich unser geplanter Besuch bei den Ruhrtaler Freilandschweinen etwas verzögert, aber nun konnten wir endlich unseren Trip starten.

Person streichelt ein Schwein im Stall, umgeben von vielen Schweinen, die im Futtertrog stehen.

Der Hof der Familie im Brahm in Essen

Auf dem weitläufigen Hof der Familie im Brahm in Essen leben sowohl konventionell gehaltene Schweine als auch die Ruhrtaler Freilandschweine. Alexander, der jüngste Sohn der Familie, hat sich bewusst gegen die klassische konventionelle Haltung entschieden und widmet sich mit voller Überzeugung der Freilandhaltung.

Ein Konzept, inspiriert von Erfahrungen aus England

Nach seinem landwirtschaftlichen Studium lernte Alexander während eines Aufenthalts in England das Prinzip der Freilandhaltung kennen – und war direkt begeistert. Für ihn ist nicht nur die hohe Fleischqualität entscheidend, sondern vor allem das Wohlergehen der Tiere und die Sensibilisierung der Menschen für bewusste Ernährung. Seine Schweine dürfen noch echte Schweine sein, mit all ihren natürlichen Verhaltensweisen.

Herkunft und Rassen der Ruhrtaler Freilandschweine

Die Ferkel kommen mit etwa 28 Kilogramm aus Limburg vom Landwirt Martin Dittmar. Es handelt sich um eine Kreuzung aus deutscher Landrasse und Piétrain.

Charakteristische Merkmale der beiden Rassen

Die Piétrain-Schweine sind kompakt, kräftig und oft schwarz-weiß gefleckt mit aufgestellten Ohren. Die deutsche Landrasse wirkt länger gebaut und ist typischerweise rosa – es sei denn, sie hat gerade ein ausgiebiges Schlammvergnügen hinter sich.

Eine Person streichelt das Schnäuzchen eines Schweins in einem Gehege voller anderer Schweine.

Haltung, Freilandflächen und Alltag der Tiere

Bei Alexander werden die Schweine in verschiedene Altersgruppen eingeteilt. Die Gruppen wechseln regelmäßig ihre Standflächen, damit sie neuen Boden erkunden und nach Herzenslust wühlen können. Die Ruhrtaler Freilandschweine leben das ganze Jahr draußen. Ein Teil des Geheges ist überdacht und windgeschützt, sodass sich die Tiere jederzeit zurückziehen können.

Neugierig, verspielt und echte Genießer

Schweine sind erstaunlich neugierige Tiere. Auch wenn sie zunächst weglaufen, kommen sie schnell zurück, weil ihre Neugier stärker ist als ihre Vorsicht. An warmen Tagen ist ein Schlammbad unverzichtbar – Schweine können nicht schwitzen und nutzen den Schlamm als natürliche Kühlung, ähnlich wie Elefanten.

Respektvolle Schlachtung und zuverlässige Partner

Sowohl die Herkunft der Ferkel als auch Aufzucht und Schlachtung werden bei Alexander mit größter Sorgfalt behandelt. Stress ist der größte Feind eines guten Stücks Fleisch, daher wird bis zuletzt auf Ruhe und respektvollen Umgang geachtet. Geschlachtet werden die Ruhrtaler Freilandschweine in Unna auf dem Schlachthof der Familie Jedowski, wo ein zertifiziertes, besonders schonendes Schlachtverfahren angewendet wird.

Transparenz und Einblicke hinter die Kulissen

Alexander zeigt sein Konzept gerne und ermöglicht Interessierten nach vorheriger Terminabsprache einen Blick hinter die Kulissen. Auf der ansprechend gestalteten Homepage findet ihr weitere Informationen und den direkten Kontakt zu Alexander im Brahm.

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